Tag 13 – 02.04.2013 – Alamogordo, NM – Van Horn, TX

Heute Morgen entschied sich der LKW-Fahrer, den Truck erst etwas später warmlaufen zu lassen. Yeah! Wir waren schon wach, also störte das nicht so. Wir wollten wieder früh los, weil wir ja eine lange Fahrt vorhatten.

Am Abend zuvor hatte ich mich noch schlau gemacht, wo man am besten übernachtet , wenn man bei den Carlsbad Caverns war. Bei tripadvisor wurde im Prinzip kein Hotel in der Nähe gut bewertet, das auch bezahlbar war. Geplant war ja, in Whites City zu übernachten, aber das Roadway Inn dort wurde echt nicht empfohlen. Zurück nach Carlsbad wollten wir aber, da wir ja in Richtung Süden weiter wollten, auch nicht, das wären 80 Meilen zusätzlich geworden.

Zudem sind die Hotels in Carlsbad richtig teuer und waren zum Teil ausgebucht.

Wir entschieden uns dann, wieder eine lange Strecke zu fahren und ein Hotel in Van Horn, TX, zu nehmen, im Prinzip der nächste Ort, der wieder nach Zivilisation aussah.

Aber erst nahmen wir noch ein ausgiebiges Frühstück im Best Western ein.

Ich suchte uns den Weg über den Highway 82 raus, eine schöne Bergstrecke. Das Wetter war wunderschön klar, aber kühl. Vor allem oben am Berg wurde es immer kühler.

Wir durchquerten den Ort mit dem lustigen Namen High Rolls. Wunderschön war das hier oben, es gibt einige Cabins und auch Hotels. Das nächste Mal übernachten wir hier, wenn es nach Alamogordo geht, das ist sicher.

Einen längeren Stopp machten wir im Ort Cloudcraft, NM. Ein toller Bergort mit alten schönen Häusern. Dann ging es wieder abwärts und plötzlich war alles grau in grau, wir waren in einer dicken Wolkenschicht. Das Wetter änderte sich wirklich von Minute zu Minute.

Aber egal, die Strecke wurde dann auch eher öde und wir durchquerten schnell den Ort Artesia.

Dort bogen wir auf den Highway 285 ab, um dann auf kleinen Straßen weiterzufahren, die uns um Carlsbad herum führten. Im Ort wollten wir nichts sehen oder erledigen, also außen rum. Ca. 30 Meilen hinter Carlsbad erreichten wir den Carlsbad Caverns National Park. Wir stoppten kurz beim Gift Shop für eine Pinkelpause.

Der Parkplatz bei den Caverns ist rappelvoll, ok, kein Wunder, dass die Hotels alle ausgebucht sind. Wir finden mit Mühe noch einen freien Parkplatz. Na, das kann ja was werden in der Höhle, dabei findet noch nicht mal der Bat (Fledermaus) Flight statt, dafür sind wir zu früh dran im Jahr.

Wir gehen also erst mal in das Visitor Center (Besucher Zentrum), um unseren Nationalpark-Pass zu zeigen, damit kosten die Höhlen nichts extra, sonst kostet der Eintritt $6 pro Person. Ein netter Ranger erklärt uns, wie das läuft. Man kann entweder mit dem Fahrstuhl herunterfahren und ist dann gleich im Big Room, oder aber man geht durch den Natural-Eingang hinunter, dieser Weg ist ca. 1 Meile lang.

Natürlich fahren 90% aller Besucher mit dem Fahrstuhl. Wir packen unsere Sachen am Auto und gehen zu Fuß.
In der Höhle ist es im Übrigen wärmer als draußen, obwohl es wieder klar geworden ist. Die Temperatur in der Höhle beträgt ca. 15 Grad mit einer 90%igen Luftfeuchtigkeit. Draußen sind es ca. 10 Grad und eine klare, trockene Luft mit einem kühlen Wind.

Einige Leute gehen doch auch den Fußweg, so dass es schwer ist stehenzubleiben und Fotos mit Stativ zu machen, denn es ist stockdunkel und die Leute stolpern logischerweise über die Füße des Stativs, weil sie ja nichts sehen. Obwohl ich mir bei manchen nicht sicher bin – die wären auch im Hellen drüber gestolpert.

Es sind viele Kinder unterwegs, was mich am Anfang etwas genervt sein lässt, zudem brauchen auch meine Augen extrem lange, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Wir haben zwar eine Taschenlampe dabei, aber die Begeisterung für die Höhle kommt nicht so richtig auf.

Mario beleibt des Öfteren stehen und macht Bilder, ich warte und hoffe, dass es besser wird.

So langsam haben uns alle überholt und es kommen auch keine Leute mehr entgegen, so dass es wieder Spaß macht, das Stativ aufzubauen. Nur ein älterer Mann, der ganz interessiert an unseren Kameras + Fotos ist, begleitet uns eine Weile von Motiv zu Motiv. Natürlich fragt auch er: „Where are you guys from?“ Wir erzählen ihm, wo wir herkommen, das kennt er nicht, aber Vettel, den kannte er.

Er erzählt uns, wo er schon überall war, da hatten wir aber deutlich mehr Highlights in den USA gesehen als er, obwohl er mind. 80 Jahre alt war.

So verging die Zeit mit ein bisschen reden, Fotos machen, staunen, denn mittlerweile war die Höhle doch richtig geil und wir wussten gar nicht, was wir zuerst ablichten sollten.

Dann kam plötzlich der Ranger und sagte, dass ein Teil der Höhle jetzt gesperrt würde, weil es schon so spät war. Waas? Krass, die Zeit verging super fix. Wir könnten aber noch ca. 30 Minuten unten bleiben, er würde uns dann aufsammeln, wenn es Zeit wäre, nach oben zu fahren.

Also machten wir die letzten Motive und begaben uns dann zum Aufzug. Vor dem Aufzug war noch ein Ranger, er fragte natürlich auch: Where are you guys from? Wir: „From Germany“. „Ah oh“. So ein weiter Weg nur wegen der Carlsbad Caverns. Nein, wir machen eine Rundreise und zählten auf, wo wir schon waren. Wow, das kannte er alles nicht. Als US-Ranger… komisch.
„And where are you heading to?“: Big Bend NP, ja, das kannten dann wieder alle, wir waren ja schon fast in Texas.

Wieder oben, mussten wir erst mal unsere Sachen im Auto in die Sonne legen, weil die doch sehr feucht geworden waren.

Relativ nah an den Carlsbad Caverns ist der Guadalupe Mountain Nationalpark, an dem kamen wir vorbei. Eigentlich hatte ich hier ja einen halben Tag Wandern eingeplant, aber ich glaube, da haben wir nichts verpasst, dass wir jetzt dran vorbei fuhren.

Es war 17:30 Uhr und das Visitor Center hatte schon seit 16:00 Uhr geschlossen, da waren wir fix zum Pinkeln, die Toiletten hatten zum Glück offen, da es auch einen Campground (Camping Platz) gibt.

Also weiter auf dem Highway 54 in Richtung Süden. Zum Sonnenuntergang erreichten wir Van Horn, der Himmel wurde mal wieder sehr rot, wunderbar.

Wir bezogen das Hampton Inn und wurden schon mit texanischer Freundlichkeit begrüßt. Die Leute sind ja nicht unfreundlich, aber auch nicht herzlich und für ein Hampton Inn, wo das Zimmer 140 Dollar kostet, hätte ich einfach mit ein bisschen mehr Gastfreundschaft gerechnet. Nun gut.

Das Zimmer war in jedem Fall super chick und recht groß, alles war sauber.

Wir packten aus und suchten dann ein Restaurant auf. Gar nicht so einfach in dem Ort. Wir fuhren einfach mal nach Navi und fanden einen Mexikaner, ok, die werden wohl irgendwas haben. Zur Not ´nen Burger.

Drinnen waren es ganz witzig eingerichtet, die verehrten hier einerseits John Wayne, andererseits irgendeinen Footballspieler.

Wir bestellten: Mario, Chickenfingers mit Pommes und ich, ein chicken fried steak mit Salat.

Das Essen kam recht schnell, aber das, was auf meinem Teller lag, glich eher einer Schuhsohle als allem anderen. Ich fragte also mal nach, was das wäre, ob das chicken ist?

Nein, „chicken style“, was genau, wüsste sie auch nicht, ob ich es nicht essen wollte? Nein, wollte ich nicht.

Ich aß dann nur ein wenig von dem Salat, der auch irgendwie nach altem Spültuch schmeckte.

Ach, ich hatte eh nicht so einen Hunger.

Mario aß dann halb auf und wir zahlten.

Zurück ins Hotel, noch ein bisschen TV gucken, Bilder hochladen und ins Bett.

Wetter: kühl aber klar
Sights: Carlsbad Caverns
Wanderungen: -
Abendessen: Chy’s Restaurant – 14$
Hotel: Hampton Inn Van Horn – $141,37 / 111,59 Euro
Bewertung: sehr gut ++++
Bemerkung: