Tag 18 – 07.04.2013 – Rocksprings, TX – New Braunfels, TX

Es ist noch dunkel und das Hotel total still, wir haben glatt ein schlechtes Gewissen, als wir unsere Koffer die knarrenden Stufen runtertragen. Aber wir wollen wieder früh los.

In der Küche machen wir uns einen Tee und essen dann im Zimmer ein paar Brötchen mit Frischkäse, dann geht es los.

Im Hotel lagen ein paar Broschüren aus über das Hill Country, also versuchen wir mal, einige Orte abzuklappern.

Wie schon öfter hier in Texas erlebt, ist es in der Früh bewölkt, nicht sehr kalt, aber eben zugezogen. Wir hoffen natürlich darauf, dass es gegen Mittag wieder aufreißt. Wolken stören ja nicht so, nur ist das natürlich für die Städtchen, die wir besuchen wollen, fotomäßig nicht so gut.

Wir fahren kreuz und quer durch die Gegend, immer so, wie es auf der Karte passt, um ein paar Hill-Country-Orte zu erreichen.

Wir fahren durch eine sehr schöne Landschaft, wo es viele Rehe gibt, wir sehen auch einige im Wald umherhuschen.

Einmal fordere ich Mario auf anzuhalten, weil ich doch ein paar mehr davon gesehen habe. Es sind ca. 100-200 Stück. Alle hellbraun mit weißen Punkten. Ob das alles Jungtiere sind oder ob die Art so ist mit den weißen Punkten – ich habe keine Ahnung.

Wir sind auf jeden Fall extrem begeistert, so dass wir lange stehenbleiben. Leider kommen sie nicht näher, sondern entfernen sich eher bei jedem Auto, das entlangrast und uns teilweise auch noch anhupt.

Ok, für die Leute hier sind die Rehe wohl eine Plage, aber wird finden die extrem süß und interessant.
Leider sehen wir auch immer tote Exemplare am Straßenrand liegen.

Weiter geht es durch das schöne Hill Country, mit Sonne wäre es noch schöner, aber das Wetter kann man sich eben nicht aussuchen.

Wir erreichen den Ort Leakey, hier werden Pekannüsse angebaut. Wir gehen in einen kleinen Supermarkt und bei einer Tankstelle auf die Toilette. Das scheint mir hier aber mal das richtige Texas zu sein, etliche Cowboys sind zum Frühstück unterwegs. Fahren mit ihren Trucks zum Tanken und dann auf die Felder.

Wir fahren weiter und endlich sehen wir auch mal ein Longhorn von nahem. Yeah! Das ist das richtige Texas.

Am Straßenrand immer wieder diese blauen Blumen (Bluebonnet), wunderbar.

Als wir bei einer kleinen Wiese anhalten, um davon einige Bilder zu machen, hält nach einer Weile noch ein Auto mit zwei Frauen.

Die beiden sind sehr freundlich, und ich erkläre ihnen noch, wie sie am besten Bilder mit der neuen Spiegelreflexkamera machen. Es ist aber ein Nikon, damit kenne ich mich nicht so aus.

Sie fragen natürlich: „Where are you from?“ Wir: „Germany“. Oh, really so nice. We love german food, and german dies und german das… wenn die wüssten, dass das alles gar nicht so deutsch ist, sondern nur die Vorstellung einiger Amis, wie deutsch ist.

Wir sollten doch auf jeden Fall nach Fredericksburg und Luckenbach fahren. Hatten wir ja vor.

Die beiden verzogen sich wieder, es war im Übrigen Sonntag und hier waren etliche Motorradfahrer unterwegs. Ist ja sicher auch eine tolle Gegend dafür.

Eigene Radfahrer quälten sich auch die Berge hoch. Da saßen an einer Straße ein paar Leute mit großen Linsen rum, kann sein, dass sogar ein Radrennen oder so stattfindet, oder die waren auf der Jagd nach Fotos von den Motorradfahrern, von denen einige wirklich urig ausschauten.

Diese Straßen hier sind aber auch echt wunderschön, am liebsten würde man nach jeder Kurve anhalten, um sie zu fotografieren, aber heute war so viel los, dass es echt gefährlich war, sich mittendrauf zu stellen, vor allem bei den vielen Hügeln.

Die Fahrt ging weiter, und wieder ein paar Longhorns und viele Rehe.

Da saßen auch noch ein paar von diesen Riesenvögeln rum, die es hier zu 1000en gab. Truthahngeier oder so was. Für die war das hier das Fress-Paradies, so viel tote Stinktiere, Opossums, Waschbären, Rehe und auch Gürteltiere. Yummy.

An einer Stelle konnten wir eins von den leider toten Gürteltieren mal fotografieren. Süß oder?

Gegen Mittag erreichten wir dann Fredericksburg, wir hatten auch schon mächtig Hunger.

Pünktlich 13:00 Uhr kam übrigens die Sonne raus, da kann man echt die Uhr nach stellen, entweder um 11 oder um 13:00 Uhr wurde es immer sonnig.

Wir suchten uns in der Innenstadt einen Parkplatz und standen dann vor der Old German Bakery und Restaurant. Na, dann gehen wir doch mal rein.

Die Speisekarte war in Deutsch und Englisch, aber der Kellner sprach kein Deutsch, nur ein paar Wortfetzen.

Der Laden war proppenvoll, wie auch der ganze Ort, es war eben Sonntag und alle waren mit der Familie unterwegs.

Mario bestellte einen Burger und ich einen „German Pancake“ mit Bacon.

Beides war sehr lecker.

Wir gingen dann noch etwas durch den Ort und machten einige Fotos. Überall stand neben dem Englischen auch alles in Deutsch. Fredericksburg wurde von deutschen Einwanderern gegründet. Es war auch alles sehr gepflegt und sauber. Überhaupt, das ganze Hill Country machte einen guten Eindruck auf uns, hier kann man sicher gut leben.

Nicht weit entfernt von Fredericksburg liegt dann auch Luckenbach, wir waren uns ja nicht sicher, was uns dort erwarten würde, aber es lag sozusagen eh auf dem Weg, also fuhren wir mal hin.

Als wir ankamen, mussten wir auf einem großen Parkplatz parken, nur Motorräder durften in den Ort fahren, und das waren viele.

Wir sind ja jetzt nicht so die Bikerfans und die meisten entpuppten sich auch als ganz schöne Asis und waren schon sehr betrunken, obwohl sie mit dem Bike dort waren.

Das war also deutsch? Oh nein.

Der ganze Ort besteht also aus 3 Kneipen und einem Parkplatz und 15 Dixiklos.

Wow, wir sind beeindruckt.

Wir laufen kurz durch, machen einige Bilder fürs Album und fahren dann recht schnell weiter.

Das gefällt uns nicht.

Schnell wieder auf die ruhige Straße, denn die Biker sind ja jetzt alle in Luckenbach, Texas.

Weiter geht’s durch wunderschöne Orte und Landschaften, aber wir sind irgendwie gerade fotofaul, so dass wir nicht mehr viele Bilder unterwegs gemacht haben.

Wir sind auch etwas müde, das frühe Aufstehen und die langen Autofahrten jeden Tag sind dann doch auch anstrengend. So beschließen wir, in den Guadalupe River State Park zu fahren.

Dort ist es sehr voll mit Familien, die im Fluss baden. Wir suchen uns eine ruhigere Stelle aus und setzen uns ein bisschen an den Fluss und relaxen etwas.

Dort überlegten wir, wie der Tag weiterhin aussehen wird, ich hatte für die letzten Tage Texas nicht viel geplant. Wir wollten uns treiben lassen.

Wir entschieden uns, dann heute noch nach New Braunfels weiterzufahren und in den nächsten Tagen ans Meer.

Nach ca. einer Stunde Ausruhen machten wir das dann, wir erreichten bald die Vorstädte von New Braunfels, wo auf riesigen Plakaten von Maklern wunderbare Häuser angepriesen wurden. Es standen bisher nur die Tore zur neuen Wohnsiedlung und ein Musterhaus. So wissen wir schon, wie es hier in einigen Jahren aussehen wird, wahrscheinlich wird alles zugebaut sein, mit New Homes von gut situierten Familien.

Wir suchten uns ein La Quinta Inn, wo wir ein schönes Zimmer bekamen, gegenüber gab es einen Chilli’s. Was will man mehr für den Abend.

In New Braunfels ist auch vieles deutsch, im Sommer gibt es ein Wurstfest und der Vergnügungspark heißt „Schlitterbahn“.

Wetter: erst bewölkt, dann sonnig
Sights: Hill Country, Luckenbach
Wanderungen: -
Abendessen: Chilli’s – $28
Hotel: La Quinta Inn New Braunfels – $ 105,78 / 82,76 Euro
Bewertung: gut +++
Bemerkung: