Tag 4 – 24.04.2013 – Brady, TX – Lubbock, TX

um 05:30 Uhr klingelte der Wecker, wir hatten viel vor. 06:30 Uhr Frühstück im Best Western.
In der Nacht muss es total gestürmt haben, es war echt laut und zog überall.

Zum Sonnenaufgang verließen wir das Zimmer und gingen in den Frühstücksraum, aber nicht ohne uns vorher unsere dicken Jacken anzuziehen, es waren ca. 0°C, na super. Durch den Wind gefühlt wie -7°C.

Im Frühstücksraum war es aber warm, und wir leisteten einem Typen Gesellschaft. Wie wir das nun in den USA so gewöhnt sind, trällern wir ein fröhliches „Good Morning“ in den Raum.

Keine Antwort von dem Typen. Nur ein Nuscheln in seinen nicht vorhandenen Bart.

Ok, das ist wohl Texas.

Wir kümmerten uns nicht weiter drum machten uns unser Essen, ich hatte mir Wasa Knäckebrot im Walmart gekauft und Mario machte sich Waffeln.

Es gibt in den Hotels immer diese Waffeleisen, wo man sich die selber ausbacken kann.

Die Eigenart der Amis ist, dass sie das ganze Zeug sehr labberig essen, wir hingegen mögen unsere Waffeln eher knusprig. Also läßt Mario die Waffeln immer ca. 1-2 Minuten länger backen als das Waffeleisen durch ein lautes Piepsen anzeigt, wenn die Waffel nach amerikanischen Maßstab fertig ist.

Und jedes Mal kommt natürlich die nett gemeinte Ansage von irgendeinem anderen Gast oder dem Personal: „Sir, your waffle ist ready“.
Mario geht dann hin zum Eisen und sagt jedes Mal: „Yes, I know, but i like them crisby.“

Ah, das geht also auch, entweder kommt ein verständnisloser Blick oder „oh interesting“ und es gibt eine Premiere: Der erste Amerikaner isst seine nächste Waffel auch knusprig.

Dieses mal war es so:
Mario steht also am Waffeleisen, er wartet die 2 Min., es piepst.
Er wartet weiter.

Der freundliche Texaner sagt: „Your waffle ist ready.“

Mario: „Yes, i know, but i like them crisby.“

Der Typ: „Only soft guys like them crisby.“

Ok, Mario schaut mich nur an…

In diesem Moment kommt noch eine alte Dame in den Frühstücksraum. Sie ist freundlich und wir grüßen uns. Sie fragt natürlich, wo wir her sind.

Jetzt kommt der Fehler: Wir sagen „Germany“.

Oh, das gefällt dem Typen gar nicht, er fängt in einem unverständlichen Texaner Englisch an was zu blubbern. Wir haben es nicht verstanden, aber es klang nach „Geht doch am besten wieder nach Hause“.
Vom Wortlaut her und auch von der Feindseligkeit, die uns entgegenkam.

Die alte Dame machte dann noch etwas nette Konversation und meinte, wir wären ja gar nicht im richtigen Texas und wo wir noch hinwollten etc. Mit unseren Zielen außerhalb von Texas war sie dann aber auch überfordert.

Die Blicke von dem Typen wurden auch nicht netter, also packten wir schnell zusammen und tranken unseren Tee und Kaffee dann lieber im Zimmer weiter.

So was hatten wir ja noch nie erlebt, nicht auf 11 USA-Reisen bisher. Aber ok, es gibt ja bei uns auch solche Leute. Habe schon mal gehört, dass man Texas wohl ganz gut mit der bayrischen Provinz vergleichen kann. Und da habe ich das auch schon so gehört, als ich mal eine Zeit dort gelebt habe.

Nun gut, wir packten also unsere Sachen zusammen, checkten aus und verließen sehr schnell den Ort Brady, Texas.

Die Strecke heute war nicht groß geplant, einfach, der Weg ist das Ziel, weiter in Richtung Nordwesten.

Ich suchte uns wieder auf dem Atlas etliche Farm Roads raus und wir fuhren durch Orte wie Sweetwater, Snyder und Post . An jeder Ecke standen alte verfallene Häuser, so viele, dass wir gar nicht bei jedem aussteigen konnten.

Das Wetter wurde heute im Laufe des Tages nicht mehr so richtig sommerlich, aber es war die ganze Zeit klar. Wir fanden die Frühlingstemperaturen mit ca. 15 Grad ganz angenehm.

Diese Gegend scheint auch noch die weltgrößte Ansammlung von Windrädern zu haben, so viele von den Dingern habe ich noch nie gesehen. Noch mehr als um Palm Springs. Wo man hinguckt, nur diese Windräder. Krass.

Wir kamen auch zwischendurch mal an einem See vorbei. Kennt ihr das, auf der Karte seht ihr einen See. Oh schön, da fahren wir mal hin, was picknicken und relaxen.

Wir fuhren also ca. 6 Meilen zum See, und als wir dort ankamen, war es eine rotbraune Brühe, mit abgeranzten Picknicktischen, sehr fein.

Also nichts wie weiter. Für das Picknick suchten wir uns einen anderen Platz. Den fanden wir auch heute und zwar beim Subway in Abilene.

Wir kamen doch schon recht früh am Tag in Lubbock an, wo wir uns ein Hotel suchten. Wir entschieden uns für das Comfort Inn.

Dann wollten wir noch in den Ort fahren, mal sehen, ob Lubbock so schön ist wie mancher Ort hier in der Ecke.

Wir machten uns dran, wieder ins Auto zu steigen, da kam auch schon wieder die Polizei ums Eck. Zum Glück. Wir hatten genug gesehen von Lubbock. Fuhren wieder ins Hotel, bestellten zum ersten, aber nicht zum letzten Mal in diesem Urlaub eine Pizza bei Dominos und futterten gemütlich im Zimmer.

Am Abend noch die übliche Prozedur, Fotos einlesen, Notizen machen, ein wenig TV und gegen 22:00 Uhr ins Bett.

Wir fragten das Mädel an der Rezeption, sie sagte, es wäre nicht so schön, aber wir wollten trotzdem gucken. Sie gab uns einen Stadtplan und erzählte, dass Buddy Holly in Lubbock geboren sei.

Also brachten wir unseren Kram ins Zimmer und fuhren ca. 10 Minuten nach Downtown Lubbock, Texas.

Was uns schon beim ersten Erreichen der Stadt auffiel, es gab hier unglaublich viel Polizei, an einem Fast Food Laden hatten sie auch schon zwei Typen festgenommen, sah nach Drogen aus.

Ok, sehen wir mal weiter…

Wir suchten auf dem Stadtplan nach dem Courthouse oder so was in der Art, fanden wir aber nicht, also kurvten wir ein wenig rum, bis wir zumindest das Buddy Holly Museum fanden.

Gar nicht so interessant, wie wir uns das vorgestellt hatten. Eine mittelgroße Statue und die Brille von Buddy Holly standen da rum. Das Museum war geschlossen. Wir machten ein paar Bilder und blieben so lange, bis sich auf dem Vorplatz des Museums ein paar komische Gestalten tummelten.

Wetter: sonnig und klat
Sights: Buddy Holly Museum, Farm Roads, Texas
Wanderungen: -
Abendessen: Dominos Pizza- $17,50
Hotel: Comfort Inn Lubbock – $82,48 / 65,45 Euro
Bewertung: gut +++
Bemerkung: